Schöneberg als ein Burgort

Schöneberg ist ein sogenannter unechter Burgort. Das heißt, Dorf und Burg haben sich unhabhängig voneinander entwickelt. Man darf sich allerdings unter einem Dorf im Mittelalter keine Wohnsiedlung im heutigen Sinn vorstellen. Die meisten Orte bestanden aus ca. 30 Häusern, die mit Stroh bedeckt waren. Die Strassen waren ungepflastert und führten offene Jauchabflüsse. Meißt war ein Dorfbrunnen mit offenem Zulauf und Abfluss ebenso vorhanden wie ein Brandweiher. Diese Beschreibung eines Dorfes galt bis ins 18. Jahrhundert und hat sich im 19. Jahrhundert erst langsam geändert.

Der Ursprung Schönebergs dürfte am nördlichen Rand des heutigen Dorfs gelegen haben, während sich die Burganlage erst später und etwa 1 km weiter westwärts entwickelte. Der Kirchhof des alten Schönebergs wird 1577 erstmals erwähnt und lag an der heutigen Kreisstrasse nach Eckenroth , an der Ecke zum Höller Weg. Er war bis ins 17. Jahrhundert Begräbnisplatz für den ganzen Pfarrbezirk Schöneberg und Hergenfeld.

Da sich das Dorf langsam aber sicher zur Burg hinentwickelt hatte, und die Schloßkirche etwa 1700 zur Pfarrkirche geworden war, kehrte man auch wieder zur alten Tradition zurück, seine Toten um die Kirche zu beerdigen. 1895 wurde die alte Kirche (ursprünglich Schlosskirche) abgerissen, der Platz zum Begräbnisplatz hergerichtet und nach weiteren Erweitungen ist der heutige Friedhof entstanden. Der Hinzug zur Burg geschah nicht ohne Grund; fühlte man sich doch in der Nähe einer Burg sicherer gegen Räuber und Banden.

Blick von Gasthaus Heber auf heutige Hauptstraße, Richtung Dorfmitte ca. 1920